15. Gemeinsames Symposium der
Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie e. V. (DGVP) und der
Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin e. V. (DGVM)

Chatten und Rasen – Schleichen und Schlafen: Risikoverhalten über die Lebensspanne
11.-12.10.2019 • Bonn

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Wissenschaftliches Programm

Mit dem Programmplaner können Sie Ihr persönliches Kongressprogramm mühelos mit nur wenigen Klicks online planen!

Wichtiger Hinweis für die Anmeldung zu den Workshops:
Bitte senden Sie bis 4 Wochen vor Veranstaltung Ihre Fragen zu dem jeweiligen Schwerpunkt des Workshops vorab an Conventus (verkehr@conventus.de), damit die Moderatoren entsprechende Vorbereitungen treffen können.

 

Workshop 1 • Rechtsmedizin: Computergestützte Analyse von Kopfverletzungen 
S. Peldschus (München), R. Willinger (Strasbourg/FR)

 

Workshop 2 • Alkohol: Kriterien zur Erfassung der Kontrollfähigkeit
R. Born (Hamburg), U. Kranich (Leipzig)

Zur Abgrenzung zwischen Abstinenzpflicht und Kontrollfähigkeit  werden in den Hypothesen A2 und A3 der aktuellen „Beurteilungskriterien“ im Wesentlichen Informationen aus der Vorgeschichte genutzt, die eine Beschreibung der Problemausprägung erlauben sollen (diagnostische Kriterien). Die anschließenden Veränderungs- und Stabilisierungsprozesse haben in den Bahnen zu verlaufen, die durch diese diagnostische Einordnung vorgegeben ist (Kriterien zur Problembewältigung). 

Gegen eine solche Determination aufgrund der Vorgeschichte sprechen allerdings Suchtforschungsergebnisse, die erfolgreichen kontrollierten Umgang mit Alkohol auch nach schweren Alkoholproblematiken zeigen. Ob eine Kontrollfähigkeit besteht, zeigt sich oft erst im Prozess der Veränderung. Klienten, die diagnostisch der Hypothese A2 zuzuordnen sind, können sich im Einzelfall die Fähigkeit zum kontrollierten Trinken aneignen, aber auch die andere Variante kommt vor: ein A3-Klient stellt in der Rehabilitation fest, dass er  seine Limits nicht einhalten kann.

Die Beurteilungskriterien sollen in der 4. Auflage die diagnostische Trennung zwischen A2 und A3 weitgehend aufheben und durch Kriterien zur Prüfung der Kontrollfähigkeit ersetzen. Die veränderte Herangehensweise wird im Workshop erläutert und diskutiert.

 

Workshop 3 • Verkehrsauffälligkeiten und Verkehrsstraftäter: Emotionen, Impulskontrolle und Dissozialität
T. Wagner (Dresden), S. Herzberg (Schweinfurt)

Verkehrsauffällige Kraftfahrer und Straftäter ohne Substanzbezug (Alkohol oder Betäubungsmittel) repräsentieren eine heterogene Risikogruppe, an deren Fehlverhalten Komponenten der Impulskontrolle, einschließlich Emotionsregulation und der sozialen Anpassung beteiligt sind. Diese Komponenten lassen sich durchaus als Kontinuum begreifen: So markieren z.B. Gewissenhaftigkeit und Impulskontrollstörung die Polenden des Konstrukts Selbstkontrolle, die soziale Anpassung kann leicht beeinträchtigt sein (erkennbar an unzureichender Regelakzeptanz und fehlender Bereitschaft, Vorschriften anzuwenden) oder aber sich als ausgeprägte antisoziale Tendenz darstellen. Diese äußert sich in Störungen der Normen- und Werteakzeptanz, unzureichender Empathiefähigkeit, einem defizitären Verantwortungsgefühl oder egozentrischen Bedürfnissen. Die Beteiligung von Emotionalität kann differenziert werden nach Qualität, Richtung, Reagibilität und Intensität, wobei vor allem negative Emotionen wie Wut, Ärger und Frustration als Auslöser für delinquentes Verhalten relevant sind. 

Im Workshop soll der Stand zur Weiterentwicklung der V-Hypothesen vor dem Hintergrund der in Planung befindlichen 4. Auflage der Beurteilungskriterien erläutert und diskutiert werden. Im Einzelnen werden folgende Themen angesprochen: Überarbeitung der V1 (klarere Zuordnung von Persönlichkeitsstörungen zu V1 oder V4), Wechsel von einer klinischen zu einer stärker forensischen Sichtweise, Einordnung neuer Phänomene wie illegale Autorennen oder Poser, stärkere Betonung des Verhaltensbezugs (zum künftigen Vermeidungsverhalten) statt „Einsichts-Lastigkeit“ der Anforderungen, Integration bislang unberücksichtigt gebliebener Risikogruppen wie Prüfungsauffällige, Berufskraftfahrer oder Fahrlehrer.   

Workshop 4 • Toxikologie: Neue Aspekte in den CTU-Kriterien 
F. Musshoff (München), I. Rethfeld (Erfurt)

Diskutiert werden wichtige Berührungspunkte zwischen Toxikologie und Psychologie bzgl. Überprüfung von Trennungsvermögen, Umgang mit und Argumentation bei Regelabweichungen, Umgang mit  mehr als 4-monatigen Lücken zwischen Abstinenzbelegen und MPU und Einordnung in die Hypothesen A2 bzw. A3. Zudem sollen aktuelle Überlegungen zur Überarbeitung der CTU-Kriterien in der 4. Auflage der Beurteilungskriterien vorgestellt und diskutiert werden. 

Workshop 5 • Ältere Verkehrsteilnehmer und leichte Formen der Demenz: FVB, Auflagen, Mobilitätserhalt
M. Keller (Valens/CH), M. Huetten (Berlin)

In Anbetracht der Altersentwicklung in der Bevölkerung steigt die Zahl älterer Kraftfahrer und damit einhergehend die Zahl von Kraftfahrern deren psychophysische Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und bei denen auch in verstärktem Maße mit Erkrankungen gerechnet werden muss. Der Workshop will sich dabei schwerpunktmäßig mit den Themen Mobilitätserhalt und Möglichkeiten der Kompensation beschäftigen. Insbesondere soll diskutiert werden welche Auflagen und Beschränkungen notwendig und sinnvoll sind um Leistungsdefizite zu kompensieren und die  Mobilität älterer Kraftfahrer zu erhalten und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen um bei Personen mit Leistungsdefiziten noch eine bedingte Eignung annehmen zu können. In diesem Zusammenhang soll auch diskutiert werden, inwieweit leichte oder sehr leichte Demenzen im Hinblick auf die Frage der Fahreignung zu bewerten sind. Der Workshop will sich zudem mit der Frage der diagnostischen Möglichkeiten der Indikationsstellung zur Empfehlung von Auflagen und Beschränkungen (Leistungstests, Fahrverhaltensbeobachtungen) beschäftigen. Zu Beginn wird die Sicht der Verkehrsmedizin und Verkehrspsychologie in der Schweiz und in Deutschland dargestellt. Der Schwerpunkt des Workshops soll aber auf der Diskussion zwischen den Teilnehmern liegen, weshalb um die Einsendung von Fragen und Fallbeispielen gebeten wird. 

Workshop 6 • Gefährder im Straßenverkehr – Diagnose und Intervention bei Impulskontrollstörungen
P. Strohbeck-Kühner (Heidelberg), T. Pirke (Köln)

Zu geringer Abstand und nicht angepasste Geschwindigkeit zählen zu den häufigsten Ursachen von Verkehrsunfällen in Deutschland. In jüngerer Zeit rücken Phänomene wie exzessives Rasen, Drängeln, Ausbremsen sowie das Behindern von Einsatzkräften und als Spitze des Eisbergs tödliche Wettrennen im Straßenverkehr medial immer mehr in den Blickpunkt. Experten sprechen von „Gefährdern im Straßenverkehr“. Der Workshop will sich schwerpunktmäßig mit Aspekten der  Persönlichkeit und der Rolle von Störungen, die mit reduzierter Impulskontrolle einhergehen (z.B. Borderline, ADHS) dieser Risikogruppen befassen und erarbeiten, welche diagnostischen und prognostischen Anforderungen an die Fahreignungsbegutachtung zu stellen sind und welche Interventions- oder Therapieansätze notwendig und geeignet sind um entsprechendes Fehlverhalten zu korrigieren. Der Schwerpunkt des Workshops soll auf der Diskussion zwischen den Teilnehmern liegen, weshalb um die Einsendung von Fragen und Fallbeispielen gebeten wird. 

Workshop 7 • Alkohol: Kriterien zur Erfassung der Kontrollfähigkeit (Wdh.)

R. Born (Hamburg), U. Kranich (Leipzig)

Zur Abgrenzung zwischen Abstinenzpflicht und Kontrollfähigkeit  werden in den Hypothesen A2 und A3 der aktuellen „Beurteilungskriterien“ im Wesentlichen Informationen aus der Vorgeschichte genutzt, die eine Beschreibung der Problemausprägung erlauben sollen (diagnostische Kriterien). Die anschließenden Veränderungs- und Stabilisierungsprozesse haben in den Bahnen zu verlaufen, die durch diese diagnostische Einordnung vorgegeben ist (Kriterien zur Problembewältigung). 

Gegen eine solche Determination aufgrund der Vorgeschichte sprechen allerdings Suchtforschungsergebnisse, die erfolgreichen kontrollierten Umgang mit Alkohol auch nach schweren Alkoholproblematiken zeigen. Ob eine Kontrollfähigkeit besteht, zeigt sich oft erst im Prozess der Veränderung. Klienten, die diagnostisch der Hypothese A2 zuzuordnen sind, können sich im Einzelfall die Fähigkeit zum kontrollierten Trinken aneignen, aber auch die andere Variante kommt vor: ein A3-Klient stellt in der Rehabilitation fest, dass er  seine Limits nicht einhalten kann.

Die Beurteilungskriterien sollen in der 4. Auflage die diagnostische Trennung zwischen A2 und A3 weitgehend aufheben und durch Kriterien zur Prüfung der Kontrollfähigkeit ersetzen. Die veränderte Herangehensweise wird im Workshop erläutert und diskutiert.

Workshop 8 • Verkehrsauffälligkeiten und Verkehrsstraftäter: Emotionen, Impulskontrolle und Dissozialität (Wdh.)
T. Wagner (Dresden), S. Herzberg (Schweinfurt)

Verkehrsauffällige Kraftfahrer und Straftäter ohne Substanzbezug (Alkohol oder Betäubungsmittel) repräsentieren eine heterogene Risikogruppe, an deren Fehlverhalten Komponenten der Impulskontrolle, einschließlich Emotionsregulation und der sozialen Anpassung beteiligt sind. Diese Komponenten lassen sich durchaus als Kontinuum begreifen: So markieren z.B. Gewissenhaftigkeit und Impulskontrollstörung die Polenden des Konstrukts Selbstkontrolle, die soziale Anpassung kann leicht beeinträchtigt sein (erkennbar an unzureichender Regelakzeptanz und fehlender Bereitschaft, Vorschriften anzuwenden) oder aber sich als ausgeprägte antisoziale Tendenz darstellen. Diese äußert sich in Störungen der Normen- und Werteakzeptanz, unzureichender Empathiefähigkeit, einem defizitären Verantwortungsgefühl oder egozentrischen Bedürfnissen. Die Beteiligung von Emotionalität kann differenziert werden nach Qualität, Richtung, Reagibilität und Intensität, wobei vor allem negative Emotionen wie Wut, Ärger und Frustration als Auslöser für delinquentes Verhalten relevant sind. 

Im Workshop soll der Stand zur Weiterentwicklung der V-Hypothesen vor dem Hintergrund der in Planung befindlichen 4. Auflage der Beurteilungskriterien erläutert und diskutiert werden. Im Einzelnen werden folgende Themen angesprochen: Überarbeitung der V1 (klarere Zuordnung von Persönlichkeitsstörungen zu V1 oder V4), Wechsel von einer klinischen zu einer stärker forensischen Sichtweise, Einordnung neuer Phänomene wie illegale Autorennen oder Poser, stärkere Betonung des Verhaltensbezugs (zum künftigen Vermeidungsverhalten) statt „Einsichts-Lastigkeit“ der Anforderungen, Integration bislang unberücksichtigt gebliebener Risikogruppen wie Prüfungsauffällige, Berufskraftfahrer oder Fahrlehrer.   

Workshop 9 • Dauermedikation: Relevanz für die Verkehrssicherheit und Fahreignung

A. Müller (Hamburg), S. Löhr-Schwaab (Stuttgart)

Der Workshop Dauermedikation zeigt erste Überlegungen der Arbeitsgruppe Beurteilungskriterien (STAB) zu diesem Thema und stellt diese zur Diskussion. Dabei soll in der Beurteilung eine Personenzentrierung statt einer Substanzzentrierung erfolgen, die für jeden Klienten die individuellen Risiken der Grunderkrankung, der Einnahme und der unzureichenden Wirkung erfassen soll  und daraus eine Compliance und/oder Adhärenzbestimmung erstellt, die interdisziplinär den verantwortlichen Umgang mit der Gesundheitssymptomatik und den Risiken der Medikation definiert. Die Gruppe ist sehr heterogen und umfasst die Themen Erkrankungen, chronische Schmerzsymptomatik, AHDS, Gabe von medizinischem Cannabis und Substitution abhängiger Kraftfahrer. 

Workshop 10 • Toxikologie: Neue Aspekte in den CTU-Kriterien (Wdh.)
F. Musshoff (München), I. Rethfeld (Erfurt)

Diskutiert werden wichtige Berührungspunkte zwischen Toxikologie und Psychologie bzgl. Überprüfung von Trennungsvermögen, Umgang mit und Argumentation bei Regelabweichungen, Umgang mit  mehr als 4-monatigen Lücken zwischen Abstinenzbelegen und MPU und Einordnung in die Hypothesen A2 bzw. A3. Zudem sollen aktuelle Überlegungen zur Überarbeitung der CTU-Kriterien in der 4. Auflage der Beurteilungskriterien vorgestellt und diskutiert werden.